MobiLaB
KUNST+BILDUNG Photographie-Vermittlung in NRW
Photographie-Vermittlung in NRW – Inhalte und Methoden weiterdenken
Nordrhein-Westfalen hat eine besondere Dichte an Kunsthochschulen, die überregional beachtete Photograph:innen ausbilden, und in der Region leben viele Medienkünstler:innen. Die SK Stiftung Kultur und das LaB K (Landesbüro für Bildende Kunst/Kunsthaus NRW) widmen sich mit einem Fachtag der Kunstvermittlung und Lehre von künstlerischer Photographie. In Vorträgen, Diskussionsrunden und Workshops sollen nicht nur die unterschiedlichen Standorte und ihre Bildproduktionsfaktoren berücksichtigt werden, sondern auch insbesondere die Methoden der Vermittlung photographischer Perspektiven und Modelle an Kinder, Jugendliche und Studierende, wobei auch die Kunstvermittlung zur Photographie an Museen in NRW Berücksichtigung finden soll.
Der Fachtag findet im Rahmen der Themenreihe KUNST+BILDUNG des MobiLaB statt und zur aktuellen Ausstellung der Photographischen Sammlung / SK Stiftung Kultur „Lebensräume – Zeitgenössische Perspektiven aus NRW”.
Die Veranstaltung ist ausgebucht, optionale Hilfsmittel und Kinderbetreuung sind seit wenigen Tagen nicht mehr möglich.
Donnerstag, 25. Juni 2026
10.30-17.30 Uhr
beendet
SK Stiftung Kultur
Photographische Sammlung
Im Mediapark 7
50670 Köln
Programm
10.00 Uhr |
Eintreffen der Teilnehmenden und Beitragenden, Registrierung, Möglichkeit zum Netzwerken, Orientierung vor Ort |
10.30 Uhr |
Begrüßung und Vorstellung des Tages durch die Geschäftsführer:innen und Organisator:innen, Chancen & Ziele des Fachtages |
11.00 Uhr |
Keynote Dr. Julia Kernbach / Universität Siegen „(Re)Understanding Pictures - Überlegungen zu Prozessen photographischer Bilder“ Photographische Bilder sind allgegenwärtig und ihre immanenten Prozesse fordern uns zu einer anhaltenden Reflexion heraus. Sie stehen für sich, bilden etwas ab und handeln selbständig. Daraus ergeben sich für die künstlerische Vermittlung methodische Anknüpfungspunkte, die nicht nur ein Verstehen photographischer Prozesse notwendig machen, sondern auch das Einbeziehen der Wirkung von photographischen Bildern. Als Akteure in diesem Feld sind wir gleichermaßen Produzierende und Sehende dieser Bilder. Solche Rollenwechsel ermöglichen Handlungsräume, die aufgezeigt und genutzt werden können. |
11.30 Uhr |
Fachimpuls: Prof. Jana Müller / Folkwang Universität der Künste Essen in Dialog mit Prof. Adrian Sauer / Hochschule Bielefeld In einem dialogischen Fachimpuls zur Vermittlung künstlerischer Fotografie im Hochschulkontext sprechen Jana Müller von der Folkwang Universität der Künste und Adrian Sauer von der Hochschule Bielefeld über zeitgenössische Ansätze fotografischer Lehre. Im Fokus steht die Frage, wie sich Fotografie heute zwischen künstlerischer Praxis, diversen Anwendungsfeldern, gesellschaftlichem Gebrauch und historischer Bedeutung vermitteln lässt. Der Austausch beleuchtet die Ambivalenzen im Wandel fotografischer Bildwelten auch vor dem Hintergrund einer rasanten technologischen Entwicklung. Lehre zeigt sich als offener Prozess, der neue Perspektiven ermöglicht und zukünftige Sichtweisen auf Fotografie prägen kann. |
12.15 Uhr |
Impulsforum BEST PRACTICE (jeder Impuls 10 min, mit Moderation) |
best practice #1 mit Andreas Langfeld Kunsthochschule für Medien Köln "Wie sieht das aus, was ich mir vorstelle?" Mit zunehmenden technischen Fähigkeiten in der Fotografie und der Auseinandersetzung mit fotohistorischen und zeitgenössischen Bildern und Künstler*innen wächst die künstlerische Vorstellungskraft für eigene Ideen und Projekte. Wie kommen wir dahin? Willkommen in den Grundlagen. best practice #2 mit Simon Rupieper, SK Stiftung Kultur für NEXT! Festival der Jungen Photoszene Köln "Freiraum schaffen für neue Perspektiven" Seit 2020 bringt das NEXT! Festival der jungen Photoszene Köln junge fotografische Positionen in große Ausstellungshäuser wie das Rautenstrauch-Joest-Museum oder das Museum für angewandte Kunst in Köln. Im Zentrum steht die konsequente Sichtbarmachung eigenständiger künstlerischer und inhaltlicher Perspektiven junger Menschen. Der Beitrag zeigt, wie sich die Rolle der Erwachsenen in der Vermittlung verändert, wenn Veranstaltende bewusst kuratorische Verantwortung an Jugendliche – wie seit 2024 im NEXT! Jugendboard – übergeben und selbst in den Hintergrund treten. best practice #3 mit Heide Häusler Internationale Photoszene Köln "Photographie - ein Medium für Alle?" Die Internationale Photoszene Köln ist eine Organisation, die seit 1984 von Vielen geprägt wird. Insbesondere unser Photoszene-Festival ist ein ko-kreativer Akt. Seine Stärke liegt in der Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteur:innen und Partner:innen aus der Kölner Stadt- und Kulturgesellschaft - und darüber hinaus. Wir verbinden die Museen mit der freien Szene, Künstler:innen mit den Kurator:innen und Multiplikator:innen. Dabei bestimmt ein zentraler Gedanke unser Tun: Wer hat zu welchen Institutionen und Räumen Zugang und wer nicht? Wir denken, dass ein Festival ein wunderbarer Ort ist, um Zugänge zu schaffen und Räume des Austauschs durch Teilnahme und Teilhabe zu eröffnen. best practice #4 mit Beatrix Szörényi, Künstlerin und FM Medienwerkstatt K21 Düsseldorf "Nur ein Klick!? Digitale Passagen" Wie entstehen Bilder heute – und wie prägen digitale Medien unsere Wahrnehmung? Wie haben sich die Anforderungen an die Vermittlung von Fotografie und digitalen Bildmedien in den vergangenen Jahren verändert? |
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13.00 Uhr |
Mittagspause (Verpflegung vor Ort) Führung durch die Ausstellung (parallel zu Mittagspause 13:30 – 14:30; in 2 Slots à 30 min) durch Claudia Schubert, Kuratorin der Ausstellung „Lebensräume – Zeitgenössische Perspektiven aus NRW“ Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur |
14.30 Uhr |
Workshop-Sessions Life Hack Photoerfahrung 1-4, parallele Workshops mit verschiedenen Schwerpunkten, praxisorientierte Methoden, Austausch und Erprobung neuer Ideen zur Photographievermittlung: |
Life Hack #1 mit Andreas Langfeld, Claudia Trekel & Heiko Diekmeier. Photograph:innen und Mitarbeitende der KHM Köln "Photographische Strategien und Grundlagen der Phototechnik / Eine Ausstellung" Unser Grundlagenseminar an der Kunsthochschule für Medien besteht aus 2 Semestern. Die Bereiche Technik (Claudia Trekel und Heiko Diekmeier) und Lehre (Andreas Langfeld, Beate Gütschow) arbeitet eng zusammen. Wir planen und führen unsere Seminare gemeinsam durch. Life Hack #2 mit Katharina Klapdor Ben Salem Kulturanthropologin KJF Remscheid "Der Deutsche Jugendfotopreis - So viel mehr als ein Wettbewerb" Der Deutsche Jugendfotopreis wurde 1961 gegründet und zählt damit zu den bekanntesten und nachhaltigsten Wettbewerben für junge Fotografie in Deutschland. Sein Archiv umfasst die Bilder von Preisträger*innen aus 65 Jahren Wettbewerbsgeschichte und birgt damit einen unschätzbaren Wert für die Beschäftigung damit, was junge Menschen bewegt, was sie über sich erzählen möchten, wie sie sich und das, was ihnen wichtig ist, in Bildern ausdrücken. Wettbewerbe spielen in der Fotografie seit geraumer Zeit eine zentrale Rolle, doch wie lassen sie sich zeitgemäß aufstellen? Welche gesellschaftliche Funktion können sie in einer Zeit einnehmen, in der so viel fotografiert und mit Bildern kommuniziert wird, wie nie zuvor? Wie kann es gelingen, Wettbewerbe als diskursive Plattformen zu begreifen, sie zu Lautsprechern für die Stimmen junger Menschen werden zu lassen? Der Workshop beschäftigt sich u.a. mit diesen Fragen, stellt Ansätze und Projekte vor und bietet Raum für Austausch und Auseinandersetzung. Life Hack #3 mit Regina Herdt Photographin und FM Kunsthaus NRW Aachen "#nofilter - Mit Smartphone Photographie vermitteln" Wie können wir Kunst für junge Menschen zugänglicher machen? Mit dem Smartphone! Jugendliche, welche Kunst häufig als „langweilig“ empfinden, brauchen neue Wege sich für Kunst zu begeistern. Hier kommt der „#nofilter“ Workshop ins Spiel. Ein Workshop, bei dem Teilnehmende durch ihre Smartphone-Kamera neue Blickwinkel auf Kunstwerke erleben. Mit diversen Apps und analogen Filtern verwandeln Sie gesehene Kunstwerke in eigene Neuinterpretationen. Ohne Vorkenntnisse. Mit einem Tool, welches immer in unserer Tasche ist. Was bedeutet es, mit dem Smartphone die Welt zu sehen? Und wie können wir Fotografie nutzen, um uns Kunstwerke selbst zu erschließen? Dieser Workshop wird regelmäßig im Kunsthaus NRW in Kornelimünster durchgeführt. Die Zielgruppe hierfür sind SEK II und Berufskollege. Life Hack #4 mit Melina Lehmacher und Philip Zietmann, Künstler:innen der aktuellen Ausstellung in der Photographischen Sammlung SK Stiftung Köln „Lebensräume – Zeitgenössische Perspektiven aus NRW“ (AT) "Partizipation in der künstlerischen Arbeit" Wie verbindet man die eigene künstlerische Vision mit echter Partizipation? In diesem Workshop geben Melina Lehmacher und Philip Zietmann Einblicke in ihre Arbeit mit spezifischen Zielgruppen im öffentlichen Raum – von Großwohnsiedlungen bis zu städtischen Parks. Partizipation bedeutet in ihrer Praxis vor allem den Aufbau von Vertrauen: Es geht darum, in Begegnungen eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich die Protagonist:innen auf die spezifische Bildsprache einlassen können. Wie gelingt es, eine gemeinsame Ebene zu finden und die Personen in eine ruhige, konzentrierte Präsenz zu führen, die der künstlerischen Intention entspricht? |
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16.00 Uhr |
Kaffeepause, parallel Filmprogramm auf zwei Bildschirmen mit Best Practice zur Vermittlung von Photographie, Austausch und Vernetzung |
16.30 Uhr |
Statementrunde: Stimmen zu aktuellen Chancen und Herausforderungen der Bildungsarbeit im Bereich der künstlerischen Photographie aus Kulturpolitik, Praxis, Lehre und Vermittlung |
17.00 Uhr |
Abschluss & Ausblick |
17.30 Uhr |
Ende der Veranstaltung |
Beitragsbild: Grafik von Anke Berßelis für LaB K.