MobiLaB

KUNST+BAU. Neue Perspektiven auf Nachkriegsmoderne und Gegenwart in NRW

Beitragsbild KUNST + BAU, Selma Gültoprak, Earth Is Blue, 2021

Das Symposium widmet sich mit zwei Veranstaltungen Kunstwerken an öffentlichen Gebäuden in NRW, ihren aktuellen Produktionsbedingungen, der Dokumentation und zeitgemäßen Pflege. Mit einem zweifachem Blick verfolgen das Kick Off-Event am 3.11. und die Tagung am 4.11. sowohl den Umgang mit Kunst am Bau aus der Nachkriegsmoderne als auch rezente Praktiken in der gegenwärtigen Kunst und Architektur.

Beide Diskussionsstränge werden hier erstmals zusammengeführt. Vielerorts stehen wir vor einem wiederkehrenden Problem: Ein Gebäude der Westdeutschen Nachkriegsära soll abgerissen oder kernsaniert werden, was geschieht dann mit den Kunstwerken am Bau? Wenn solche nicht vor Ort erhalten werden können, werden sie eingelagert. Ein Beispiel unter vielen ist das Bodenmosaik Joseph Fassbenders vor dem WDR-Gebäude in Köln. Es war abgetragen worden, um für den Bau eines Cafés Platz zu machen. Fast wären die Einzelteile des Werks verschwunden, dann protestierten Künstler:innen und Denkmalpfleger:innen intervenierten. Bis heute lagern die Steine auf einem Bauhof. Ähnliche Beispiele gibt es auch bei Künstlern wie Friedrich Gräsel, Karl Hartung, Ewald Mataré, Friedrich Werthmann u.a.

Was soll mit solchen großformatigen, fragmentierten Betonreliefs oder anderen, vernachlässigten Skulpturen geschehen? Die Städte verändern sich, befinden sich im Wandel und müssen sich neben Wachstum an Wohnraum der Verantwortung von Nachhaltigkeit stellen. Eine Herausforderung stellt ebenso die Dokumentation und Vermittlung der vorhandenen Kunst an öffentlichen Gebäuden dar. Dazu gehört eine Reflektion ihrer sowohl historischen, künstlerischen als auch aktuellen Bedeutung.

Das Kick-Off-Event am 3.11. in Düsseldorf geht dabei der Frage nach, wo in dieser Gemengelage Platz für die nächste Generation von Kunstproduzent:innen und ihre Kunstwerke im öffentlichen Raum ist. Als Einstimmung auf die Tagung am Tag darauf, findet dieses Gespräch, u.a. mit Beiträger:innen aus dem Kontext der Kunstakademie und der Kunstkommission, in der Kunsthalle Düsseldorf statt – ein idealer Ort zur Reflektion, zeigt dieser doch exemplarisch wie eng Kunst und Bau bis in die aktuelle Gegenwart miteinander verzahnt sind.

Die Tagung am 4.11. im Kunsthaus Kornelimünster widmet sich dem Dilemma, das uns der Erhalt der Kunst am Bau der Nachkriegsmoderne stellt und diskutiert Lösungsansätze, die künstlerische Perspektiven in die Debatte einbeziehen und zukünftige Arbeitsweisen zwischen Künstler:innen, Architekt:innen und anderen Beteiligten berücksichtigen sollen. Die Ausstellung „garten der fragmente“ des Kunsthaus NRW, die ebenfalls die Kunst der Nachkriegsmoderne aus der Warte von Künstler:innen sondieren lässt, steuert mit originalen Objekten und ehemaligen Kunstwerken im öffentlichen Raum zu einer lebendigen Auseinandersetzung bei.

Das Landesbüro für Bildende Kunst NRW wird Fragestellungen des Symposiums auch in künftigen Veranstaltungen seiner Mobilen Akademie (MobiLaB) in der Reihe MÖGLICHKEITSRAUM KUNST behandeln. Die Dokumentation der Inhalte des Symposiums ist auf unserer Website zur Verfügung gestellt.

Das Symposium mit seinen zweitägigen Veranstaltungen wird organisiert vom Landesbüro für Bildende Kunst NRW (LaB K) und von der Kunsthaus NRW gGmbH in Kooperation mit der Baukultur NRW. Das Museum der Baukultur NRW wird bei der Tagung zudem seine Pop-up-Ausstellung „Kunst und Bau. Neue Perspektiven aus NRW“ im Kunsthaus NRW eröffnen.

Datum
03.—04. November 2022
beendet
Ort

Kick off 3.11.2022
Kunsthalle Düsseldorf
Grabbeplatz 4
40213 Düsseldorf

Tagung 4.11.2023
Kunsthaus NRW
Abteigarten 6
52076 Aachen-Kornelimünster

Materialien zu dieser Veranstaltung

Programm

Kick-Off in der Kunsthalle Düsseldorf, 3.11.
16 Uhr Begrüßung – Dr. Susanne Ristow, LaB K & Dr. Gregor Janssen, Kunsthalle Düsseldorf
ab 16.15 Uhr Round Table mit Christian Odzuck und Sebastian Freytag, Birgit Jensen (Kunstkommission Düsseldorf), Vera Drebusch und Reto Buser
ab 17 Uhr Rundgang zu den Arbeiten vor Ort/Umgebung der Kunsthalle (wetterabhängig)
Ab 18 Uhr

Ausklang des Events im Salon des Amateurs (Kunsthalle); Screening von Bildmaterial der Beiträger:innen aus Kunst und Architektur, Special Guest: Rheinflügel Architekten

gegen 21 Uhr Ende
Tagung im Kunsthaus NRW, 4.11.
11 - 11.30 Uhr Ankunft sowie Erfrischungen an Kaffee- & Teebar
11.30 - 11.45 Uhr Begrüßung durch Dr. Susanne Ristow, Leitung des LaB K und Dr. Marcel Schumacher, Direktor des Kunsthaus NRW
11.45 - 12.00 Uhr Begrüßung durch Peter Köddermann, Baukultur NRW
12.00 - 12.20 Uhr Vortrag Dr. Christine Kämmerer, Baukultur NRW – Vortrag zur Kunst und Bau, Projekte Baukultur NRW
12.20 - 13.30 Uhr Rundgang bzw. Vorstellung künstler. Positionen in Ausstell. – Christian Odzuck, Frauke Dannert, Vera Lossau, Sebastian Freytag und Kay von Keitz in Gespräch
13.25 - 14 Uhr Lunch & eigenständiger Rundgang durch Ausstellungen des KH
14.00 - 14.15 Uhr Botschaft Friederike van Duiven, BBK NRW
14.15 - 14.30 Uhr Vortrag – Peter Köddermann, Vorstellung der Novelle
14.30 - 14.50 Uhr Vortrag – Projekt der Dokumentation – Museum der 1000 Orte, Praxis Beispiel, Dr. Ute Chibidziura, BBR
14.50 - 15.10 Uhr Jun.-Prof. Annette Urban, Ruhr-Uni & Studierende – Vorstellung des Projektes CampusKunstApp
15.10 - 15.45 Uhr Diskussion mit Dr. Ute Chibidziura , Dr. Christine Kämmerer, Kay von Keitz
15.45 - 16.00 Uhr Pause, Erfrischungen an der Kaffee- & Teebar
16.00 - 16.20 Uhr Vortrag – Georg Elben, Leiter Skulpturenmuseum Marl
16.20 - 16.40 Uhr Vortrag – Dr. Marcel Schumacher, Leiter Kunsthaus NRW, Thema: Nachhaltigkeit in Kunst und Bau; Recycling
16.40 - 17.15 Uhr Diskussion mit Georg Elben, Christian Odzuck, Dr. Schumacher
17.15 Uhr Schluss
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